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Vertrauen in virtuellen Teams

5 Erfolgsfaktoren, warum Vertrauen der Schlüssel für eine wirksame Zusammenarbeit ist

Virtuelle Teams werden nicht erst seit den durch COVID-19 erzwungenen Einschränkungen immer beliebter. In multinationalen Konzernen gehören sie schon längst zum Alltag und auch viele Mittelständler entdecken ihre Vorzüge: Virtuelle Teams brauchen häufig keine festen Büroflächen, sind zeitlich flexibel einsetzbar und erlauben die Zusammenarbeit von geografisch weit entfernten Experten in intensiven Kleingruppen zu einem geringen Preis. Soweit so gut. Aber sind virtuelle Teams auch effizient? Wodurch werden sie effizient? Die Antwort auf diese Frage beginnt mit dem Schlüssel für erfolgreiche Kooperation: Vertrauen.

In unserer Artikelserie zeigen wir Ihnen 5 Erfolgsfaktoren, warum Vertrauen der Schlüssel für eine wirksame Zusammenarbeit ist.

1. Vertrauen ist die Basis sozialer Kooperation

Kerngedanke: Ohne Vertrauen gibt es weder private Partnerschaften noch berufliche Zusammenarbeit. Vertrauen bedeutet, das Wohlwollen anderer zu erwarten, ohne das Risiko des Vertrauensmissbrauchs ausschließen zu können.

Effiziente soziale Beziehungen setzen Vertrauen voraus. Wenn Menschen einander vertrauen, dann sind keine aufwendigen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen notwendig, um Risiken zu minimieren. Das spart Zeit und Geld, weil Kontrolle – wenn sie überhaupt gelingt – mit hohen Transaktionskosten verbunden ist. Private Beziehungen würden wir ohne Vertrauen überhaupt nicht eingehen können, denn Partnerschaften und Freundschaften setzen enorm viel Vertrauen voraus. Aber auch im Berufsleben bildet Vertrauen den Schlüssel für kooperatives Arbeiten. Das zeigt sich besonders auf der Ebene von Teams, reicht aber über alle weiteren Stufen bis hinauf zur Gesamtorganisation und dem motivierenden Vertrauen zu wissen, dass auch alle anderen Kollegen sich für das Wohlergehen des Unternehmens engagieren.

Um einem Menschen zu vertrauen, müssen wir ihn als aufrichtig, kompetent und wertschätzend wahrnehmen (Frei und Morriss 2020). Sich verstellende, unlogisch handelnde und auf ihren eigenen Vorteil bedachte Personen haben wenig Chancen, Vertrauen zu erhalten. Was aber heißt es, jemandem zu vertrauen? Im Kern lassen sich die verschiedenen wissenschaftlichen Definitionen so zusammenfassen: Eine Person vertraut einer anderen Person, wenn sie ihr unterstellt, dass sie wohlwollend gegenüber einem selbst eingestellt ist, und wenn sie bereitwillig das Risiko eingeht, verletzlich gegenüber dieser anderen Person zu sein, ohne dass sie deren Handeln überwachen oder kontrollieren kann (Flavian et al. 2019). Beide Aspekte – unterstelltes Wohlwollen und das Eingehen von Risiko – müssen zusammenkommen, damit Vertrauen vorliegt.

2. Vertrauen macht Teams effizient

Kerngedanke: Nur wenn ein Team seinem Teamleiter vertraut, wird es effizient sein. Aber auch das Vertrauen zwischen den Teammitgliedern muss stimmen. Entscheidend dafür sind eine enge Kommunikation und transparente Arbeitsprozesse.

Vertrauen kann gemessen werden. Und so lassen sich auch die Auswirkungen von Vertrauen auf Teamperformance untersuchen. Mehrere Studien konnten nachweisen, dass Vertrauen eine positive Auswirkung auf die Leistungen von Teams hat und die Einstellungen der Teammitglieder gegenüber dem Team positiv beeinflusst (Breuer et al. 2020). Eine besondere Bedeutung für das Entstehen von Vertrauen in Teams spielt dabei der Teamleiter. Nur wenn die Teammitglieder der Teamleitung voll vertrauten, war ihr Engagement deutlich höher. Sobald nur eine normale Vertrauensbeziehung vorlag, war das Engagement der Teammitglieder gemäß den Studien kaum größer als in einer Arbeitsbeziehung, die von Misstrauen gegenüber der Teamleitung erfüllt war (Buckingham und Goodall 2020). Entscheidender Faktor für die Performance der Teams war die Kommunikation, die deutlich effizienter wurde, wenn das Vertrauen im Team groß war (Newman et al. 2020). Dieses Vertrauen gründete nicht zuletzt auf dem täglichen Austausch zwischen der Teamleitung und den Teammitgliedern. Vertrauen reduzierte nachweislich die emotionale Distanz zwischen den Teammitgliedern und unterstützte sie dabei, das Team als eine Einheit zu begreifen (Flavian et al. 2019).

Entscheidend ist aber nicht nur die individuelle Vertrauensbeziehung zwischen Teammitglied und Teamleitung. Die Studien zeigen zugleich, dass die Team-Performance auch vom Vertrauen in die anderen Teammitglieder abhängt (Breuer et al. 2020). Nur wenn die Teammitglieder das Gefühl hatten, Teil eines leistungsbereiten und kooperierenden Teams zu sein, war ihr Engagement besonders hoch (Buckingham und Goodall 2020). Das Vertrauen in die Teamarbeit wurde gestärkt durch transparente Arbeitsprozesse mit klaren Verantwortungszuweisungen sowie durch die Nachvollziehbarkeit von Arbeitsergebnissen (Breuer et al. 2017). Wichtig für das Entstehen von Vertrauen in Teams sind laut Studien darüber hinaus regelmäßige Feedbackschleifen, gemeinsame Werte und die Einhaltung von Regeln und Absprachen. Diese Maßnahmen erhöhten vor allem dann das Vertrauen, wenn die Teammitglieder sie direkt beobachten konnten (Ford et al. 2017).

Seien Sie gespannt auf die weiteren Erfolgsfaktoren, die Sie in den kommenden Wochen hier finden werden!

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