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Erfolgreiche Verfahren in der Personaldiagnostik II

Woran erkenne ich die Qualität von Testverfahren in der Personaldiagnostik?

Hauptkriterium 1: Objektivität

Die Objektivität entscheidet darüber, ob die Ergebnisse eines personaldiagnostischen Testverfahrens unabhängig von den Einflüssen des Testleiters oder der Umgebung entstanden sind. Wenn ein Test nicht objektiv ist, können alle weiteren Kriterien nicht erfüllt werden. Ein objektiver Test ist also ein Verfahren der als neutral, unparteiisch und tatsächlich charakterisiert werden kann.

Hauptkriterium 2: Reliabilität

Die Reliabilität gibt Auskunft darüber, ob ein Merkmal zuverlässig und fehlerfrei gemessen wird. Ein Testverfahren ist reliabel, wenn es bei mehrfacher Durchführung und unter gleichen Umständen auf dasselbe Ergebnis kommt. Ein Beispiel hierzu wäre die Fragestellung: Wie viele Mitarbeiter sind im Bereich Marketing beschäftigt? Diese Frage zielt auf eine konkrete Antwort ab und verfügt somit über eine hohe Reliabilität. Die Fragestellung: „Wie viele extrovertierte Mitarbeiter sind im Bereich Marketing beschäftigt?“ besitzt im Gegensatz eine niedrige Reliabilität, da „extrovertiert“ nicht ausführlich definiert ist und so Interpretationsfreiraum lässt.

Hauptkriterium: 3 Validität

Die Validität gibt eine Antwort auf die Fragestellung: Misst das Verfahren tatsächlich das, was es vorgibt zu messen. Ein Test ist valide, wenn dessen Ergebnisse sinnvolle und korrekte diagnostische Aussagen über den Untersuchungsgegenstand geben. Wenn Sie also die Länge eines Tisches mit Hilfe Ihrer Handfläche ausmessen und als Ergebnis eine Zentimeterzahl aufschreiben, so ist diese Messung nicht valide.

Weiterhin existieren Nebengüterkriterien wie

Testfairness und Zumutbarkeit:

Die Testfairness bezieht sich auf das Ausschließen einer Diskriminierung im Rahmen des Testverfahrens. Wenn zum Beispiel die Intelligenz einer Person mit diagnostizierter Schreib- und Leseschwäche anhand eines klassischen Papier-Bleistift Intelligenztest abgefragt wird, so kann der Test nicht als fair angesehen werden, da die Person von vornherein keine Chance hat, ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Ökonomie:

Die Testökonomie liefert Informationen darüber, ob der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen des Verfahrens steht und die Ergebnisse einer diagnostischen Entscheidung einen Mehrwert schaffen.

Unverfälschbarkeit:

Wenn das Verfahren so aufgebaut ist, dass ein Teilnehmer es nicht bewusst manipulieren und dadurch ein besseres Ergebnis herbeirufen kann, dann kann ein Test als unverfälschlich angesehen werden.

Transparenz und Akzeptanz:

Die Transparenz als Nebengüterkriterium bezieht sich auf die verständliche Instruktion vor dem Verfahren. Eine Klarheit hier kann anhand von Musterbeispielen vor dem Test geschaffen werden.

Die Akzeptanz, die auch als Augenscheinvalidität bekannt ist, gibt Auskunft darüber, ob ein Test einen angemessenen und brauchbaren Eindruck auf einen Laien macht.

 

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