Hindernisse in der Selbstführung überwinden Teil IV

Hindernisse in der Selbstführung überwinden Teil IV

Verantwortung übernehmen & Verletzlichkeit zulassen

Jemand, der sich selbst führt, kennt seine Stärken und baut sie aus. Zeitgleich übernimmt man die Verantwortung für das eigene Wohlsein. Man entwickelt Bewusstsein über die eigenen Erwartungen, z.B. gerichtet an die Mitarbeiter oder an die Chefs, bezüglich Lob und Anerkennung. Statt diese von außen zu erwarten, lernt man, sich selbst wertzuschätzen, zu bestärken und zu ermächtigen. Man schenkt sich selbst die Aufmerksamkeit und gibt sich selbst Raum, indem man die eigenen Bedürfnisse ernst nimmt. Um diese richtig zu erkennen, braucht es eben den Kontakt zu den eigenen Gefühlen. Durch diesen verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst steigt die Führungskraft aus der Opfer-Täter-Dynamik aus, die in Teams weit verbreitet ist: Häufig fühlen sich die Vorgesetzten als Opfer der „schwierigen“ Mitarbeiter oder umgekehrt. Die Folge der unerfüllten, nach außen projizierten Erwartungen ist immer Enttäuschung und Kampf. Man wird blind für all die Möglichkeiten und Lösungen, die im eigenen Einflussbereich zu finden sind, und vergisst, von seiner Schöpferkraft Gebrauch zu machen.

Neben den Stärken ist es aber ebenso wichtig, die so genannten Schwächen, die eigenen wunden Stellen, im Inneren zu kennen. Keiner gibt gerne zu, dass es sie gibt. Gerade in der Geschäftswelt ist das Bild einer erfolgreichen Führungskraft durch Härte, Unverwundbarkeit, Bestimmtheit und Durchhaltevermögen geprägt. Man müsse die Verletzungen dementsprechend wegstecken. Und so fiel es vielen Seminarteilnehmern unserer Führungsseminare schwer, die Annahme von Schulz vom Thun zu akzeptieren, dass es in jedem von uns ein Inneres Team mit den inneren Teammitgliedern gibt. Darunter finden wir unter Umständen auch verletzte, bedürftige oder unsichere Gestalten, die es zu führen, zu ermutigen und zu stabilisieren gilt. Sich selbst die eigene Verletzlichkeit einzugestehen, stellt für viele, gerade männliche, Führungskräfte eine große innere Hürde dar. Man verneint, unterdrückt oder bekämpft die „Schwächen“, um den vermuteten Erwartungen im eigenen Umfeld zu entsprechen und Gesicht zu wahren. Das Ergebnis ist ein enormer innerer Druck, Energieverlust und – auf Dauer – persönliche Stagnation. Ohne die Akzeptanz der eigenen Verletzlichkeit und Bereitschaft, sich um die inneren Entwicklungsaufgaben zu kümmern, ist kein persönliches Wachstum, keine Stabilität und keine Selbstführung möglich. Kommt man aber zu einer bedingungslos wertschätzenden Haltung sich selbst gegenüber und tut man etwas Gutes für sich, auch in Situationen, in denen man schwächelt oder gar scheitert, erschafft man eine stabile Basis, um sich erfolgreich zu regulieren. An dieser Stelle sei angemerkt: Eine gesunde Selbstkritik auf der Grundlage eines Ist-Soll-Abgleiches finden wir ebenso wichtig.

Lesen Sie in dem nächsten Beitrag der Serie wie Führungskräfte mit selektiven Wahrnehmungsbeschränkungen umgehen können.

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